Heimwärts-Autogottesdienst

Die Coronazeit ist eine Zeit der Anfechtung aber auch eine Zeit der Kreativität. Viele Kirchengemeinden sind während des Corona-Lockdowns dazu übergegangen, ihre Gottesdienste zu filmen und online zu stellen. Eine erwähnenswert kecke Lösung hat das Team des Heimwärts-Gottesdienstes in Filderstadt-Bernhausen im Umgang mit der Coronakrie gefunden: Ein Autogottesdienst.

Philipp Steinbacher ist Jugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk Bernhausen und für den Heimwärts-Gottesdienst zuständig.

 

Abgesehen von der Coronakrise - wie kam es zur Idee eines Autogottesdienstes?
Philipp Steinbacher:
Der Autogottesdienst war im Grunde genommen schon länger als Idee in der Schublade. Wir hatten das aber immer wieder verworfen, weil die Menschen ja doch noch lieber live Seite an Seite Gottesdienst erleben wollen. Als dann im Zuge der Corona-Krise klar wurde, dass mein eigentliches diakonisches Projekt im Rahmen meiner Aufbauausbildung nicht stattfinden kann, habe ich nachgefragt, ob das eine Lösung sein könnte. Es kam positives Feedback und wir verfolgten die Idee weiter.

Was waren im Vorfeld die größten Herausforderungen?
Philipp Steinbacher:
Als größte Herausforderung im Vorfeld stellte sich die Ortsfrage heraus. Wir dachten zunächst an eine städtische Fläche, die sich aufgrund der Kontaktbeschränkungen aber nicht darstellen ließ. So kamen wir auf die Idee, nach privaten Flächen zu suchen. Wir wurden in diesem Prozess sehr gut vom Ordnungsamt unterstützt, das uns gute Tipps bei der Planung gab. An dieser Stelle sei Hr. Blessing gedankt. Außerdem danke ich der Manz Familienstiftung sehr, die uns ihren Parkplatz für den Autogottesdienst zur Verfügung stellte!

Der erste Autogottesdienst ist vorüber – wurden die Erwartungen erfüllt, enttäuscht oder übertroffen? Gibt es eine Fortsetzung?
Philipp Steinbacher:
Den Autogottesdienst bewerten wir als großen Erfolg, unsere Erwatungen wurden übertroffen. Wir hatten über 40 Fahrzeuge da, dazu noch als Nebenerfolg viele Fußgänger, die auf ausgewiesenem Platz und darüber hinaus auf öffentlicher Fläche teilnahmen. Zusätzlich kamen noch einige Anwohner in den Genuß des Gottesdienstes.

Erzählen Sie noch eine nette Begebenheit, die Sie im Vorfeld oder während der Gottesdienstes erlebt haben!

Philipp Steinbacher:
Bereits vor dem Gottesdienst kam ein Pärchen mittleren Alters aus der Nachbarschaft zum Platz. Sie wollten aus der Nähe sehen, was da los ist. Sie hatten vom Balkon aus beobachtet, wie wir aufbauen und wollten abends von dort aus teilnehmen. Aber jetzt wollten sie doch mal fragen, wer wir denn sind und warum wir denn so eine Veranstaltung machen. Und sie waren positiv überrascht, dass Kirche so was Cooles macht und sich so viele Jugendliche und junge Erwachsene einbringen, um Menschen einen schönen Abend zu gestalten. Sie meinten dann zum Schluß, dass sie uns alles Gute wünschen und hoffen, dass sich viele Menschen einladen lassen. Wenn Gott Menschen berührt, die eigentlich nicht in unserem Fokus stehen, dann hat er daraus eine missionarische Aktion werden lassen. Das berührt mich sehr.