Fonds Innovatives Handeln

Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat im Herbst 2016 beschlossen, zusätzlich 1,5 Millionen € an die Kirchengemeinden zukommen zu lassen. Mit diesem zusätzlichen Geld sollen innovative Initiativen in Kirchengemeinden und Kirchenbezirken, insbesondere neue Aufbrüche gefördert werden. 

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  • add Wofür sind die Innovationsgelder zu verwenden?

    Die Innovationsgelder sind zweckbestimmt. Sie sind ausschließlich für neue Aufbrüche zu verwenden: Darunter sind Initiativen, Ideen, Experimente, FreshX und neue Formen gemeindlichen Lebens zu verstehen. Mit ihnen sollen Menschen mit dem Evangelium erreicht werden, die bisher nicht mehr oder noch nicht von Kirche angesprochen wurden.

    Neue Aufbrüche können unterschiedliche Schwerpunkte haben: gottesdienstlich, sozial-diakonisch, milieusensibel, lebensweltlich oder gemeinschaftlich orientiert. Als gemeinsames Ziel kennzeichnet sie, Menschen für den Glauben zu gewinnen, sie im Glauben zu begleiten und zu einer geistlichen Gestaltung des Lebens zu helfen. 

  • add Welche Kriterien muss ein neuer Aufbruch erfüllen, um mit Hilfe der Innovationsgelder gefördert zu werden?

    Ein neuer Aufbruch kann gefördert werden, wenn er ...

    • auf dem in der Heiligen Schrift gegebenen und in den Bekenntnissen der Reformation bezeugten Evangelium von Jesus Christus steht,
    • sich als Teil der Landeskirche versteht,
    • auf der Grundlage der landeskirchlichen Ordnung arbeitet und an Kirchengemeinden oder Kirchenbezirke angebunden ist und bereit ist, mit diesen zusammenarbeiten,
    • in Wertschätzung kirchengemeindlicher Strukturen Neues wagt,
    • eine nachhaltige Entwicklung im Blick hat und auf Kontinuität angelegt ist,
    • durch ehrenamtliches Engagement gekennzeichnet ist und
    • bereit ist, sich durch die Landeskirche (z. B. den Inhaber der Projektpfarrstelle „Neue Aufbrüche“) begleiten zu lassen und seine Erfahrungen mit andern zu teilen, z. B. durch Vorlage eines Berichtes an die Bezirkssynode oder auf Anforderung an ein landeskirchliches Gremium.
  • add Wie läuft die Verteilung der Innovationsgelder ab?

    Die Innovationsgelder werden an die Kirchenbezirke geleitet.  Dort entscheidet der Kirchenbezirksausschuss (KBA) über die Verteilung der Gelder.

  • add Mit welcher Summe kann ein Aufbruch gefördert werden?

    Eine genaue Summe kann hier nicht genannt werden, da es sich um Zuweisung handelt. Jährlich werden 1,5 Millionen € auf alle 51 Kirchenbezirke der württembergischen Landeskirche ausgeschüttet. Die Höhe der Zuweisung an einen Kirchenbezirk hängt von der aktuellen Zahl seiner Kirchenmitglieder ab. Dabei erhalten Kirchenbezirke mit vielen Kirchenmitgliedern eine entsprechend höhere, Kirchenbezirke mit wenig Kirchenmitgliedern eine entsprechend geringere Zuweisung. Die Zuweisungen liegen pro Kirchenbezirk pro Jahr zwischen zirka 10 000 und 60 000 €. 

     

     

  • add Wie kann eine Verteilung der Innovationsgelder geschehen?

    Bekommt z.B. der Kirchenbezirk xy 25 000 € zuwiesen kann der dortige KBA verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Verteilung entscheiden:

    • Variante a.: Alle Kirchengemeinden des Kirchenbezirks werden aufgefordert, neue Aufbrüche einzureichen. Die 25 000 € werden durch die Anzahl der eingereichten und zugelassenen Aufbrüche geteilt und an die Kirchengemeinden anteilig überwiesen.

    • Variante b.: Alle Kirchengemeinden des Kirchenbezirks werden aufgefordert, neue Aufbrüche einzureichen. Der KBA legt fest, welcher Aufbruch mit welchem Betrag unterstützt wird.

    • Variante c.: Die Kirchenbezirkssynode (die sich aus Vertretern aller Kirchengemeinden zusammensetzt) entscheidet sich auf Empfehlung des KBAs, die Innovationsgelder in Höhe von 25 000 € für einen einzigen Aufbruch im Kirchenbezirk konzentriert (über mehrere Jahre) einzusetzen, da dieser Aufbruch eine übergemeindliche Bedeutung und Reichweite hat. 

    • weitere Varianten sind möglich ...

    Achtung: Eine gießkannenartige Ausschüttung der Innovationsgelder ist unbedingt zu vermeiden! Wenn ein Kirchenbezirk die Innovationsgelder anteilig allen Kirchengemeinden automatisch zuweist, geht aller Wahrscheinlichkeit nach die zweckgebundene Bestimmung für neue Aufbrüche verloren! 

  • add Was ist unbedingt zu vermeiden?

    Eine gießkannenartige Ausschüttung der Innovationsgelder ist unbedingt zu vermeiden! Wenn ein Kirchenbezirk die Innovationsgelder anteilig allen Kirchengemeinden automatisch zuweist, geht aller Wahrscheinlichkeit nach die zweckgebundene Bestimmung für neue Aufbrüche verloren!  
    Die Innovationsgelder sind zweckgebunden, klug und konzentriert einzusetzen. 

    Geschieht eine Ausschüttung an alle Kirchengemeinden nach dem Gießkannenprinzip, bekommt eine Kirchengemeinde mit wenig Kirchengemeindegliedern häufig nur einen dreistelligen Betrag. Das ist zu wenig, um einen Aufbruch initiieren oder fördern zu können.